In Hohenhausen erinnert seit vielen Jahren ein Denkmal an einen außergewöhnlichen Sohn der Gemeinde Kalletal: Stephan Ludwig Jacobi. Der 1711 in Hohenhausen geborene Naturforscher beschäftigte sich bereits im 18. Jahrhundert mit der künstlichen Befruchtung von Fischen. Seine Versuche gelten als wichtiger Grundstein für die moderne künstliche Fischzucht und machten Jacobi weit über seine nordlippische Heimat hinaus bekannt.
Nun wurde das Denkmal für Jacobi an der Lemgoer Straße mit LEADER-Mitteln umfassend saniert und sein Umfeld grundlegend neugestaltet. Bei der offiziellen Eröffnung am 11. August würdigten Bürgermeister Mario Hecker und Volker Preuß, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Hohenhausen, gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern die gelungene Aufwertung des Areals.
Ziel der Neugestaltung war es, dem Jacobi-Denkmal einen angemessenen und attraktiven Rahmen zu geben. Neue Pflasterflächen verbessern den Zugang zum Denkmal und den Bereich rund um die Fahrradständer. Zwei Parkbänke laden zum Verweilen ein, während neue Pollerleuchten das Areal auch in den Abendstunden ansprechend in Szene setzen. Dass der Platz abends beleuchtet ist, kommt bei den Hohenhausenern besonders gut an, nimmt die Regionalmanagerin Ute Müller in Gesprächen bei der Eröffnung wahr.
Ein besonderer Blickfang ist ein kleiner künstlicher Bachlauf aus einer dreireihigen Rinne aus Basaltpflaster um das Denkmal selbst. Mithilfe einer Pumptechnik entstand hier ein gestalterisches Element, das zugleich einen thematischen Bezug zu Jacobis Forschungen und zur Fischzucht herstellt. Bei der Eröffnung freute sich gleicht ein mitgebrachter Hund über das frische Wasser, in dem er auch noch seine Pfötchen kühlen konnte.
Von den Gästen wurde natürlich auch der neue Trinkwasserbrunnen ausgiebig getestet. Ein Versorgungspoller für Strom und Wasser steht ebenfalls bereit. Die vorhandenen Grünflächen wurden überarbeitet: Heckenpflanzungen wurden ergänzt, neue Gehölze gesetzt und Rasenflächen erneuert. Ein Findling markiert zusätzlich den Bereich der Zuwegung und trägt ein Informationsschild mit der Geschichte von Ludwig Jacobi. Die neue Boule-Bahn lädt zum Spielen ein und rundet das Areal als tollen Treffpunkt ab. Diese wurde zusätzlich zum LEADER-Projekt vom Heimat- und Verkehrsverein Hohenhausen gestiftet.

Foto: LAG Nordlippe
„Es war ein langer Weg bis zur Umsetzung dieser Maßnahme.“ ,führt Bürgermeister Mario Hecker die lange Geschichte des Projektes aus. Die Aufwertung des Areals war bereits seit vielen Jahren geplant. Schon 2012 war sie im „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) der Gemeinde Kalletal unter dem Titel „Jacobi-Mühlenpark“ vorgesehen. 2021 wieder aufgegriffen, 2022 zunächst an anderem Standort beschlossen und wieder aufgehoben.
LEADER machte die Umsetzung dann doch möglich. Nach einem erneuten Ratsbeschluss im Jahr 2024 konnte endlich mit der Realisierung begonnen werden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung war der Förderbescheid der Bezirksregierung Detmold im August 2025. Insgesamt wurden 42.000 Euro LEADER-Fördermittel bewilligt. Die Gemeinde Kalletal beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 18.000 Euro. Für den Trinkwasserspender wurden zusätzlich 8.500 Euro investiert.
Bürgermeister Mario Hecker bedankte sich bei den ausführenden Firmen, beim Heimat- und Verkehrsverein Hohenhausen und dem Lippischen Fischereiverein für die tatkräftige Hilfe und Ideen sowie dem Rat der Gemeinde Kalletal für die Unterstützung und die notwendigen politischen Entscheidungen. Er betont die Bedeutung des Projekts: „Mit der LEADER-Förderung können wir einen attraktiven Ort der Begegnung schaffen und gleichzeitig das Andenken an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Gemeinde bewahren. Der neue Trinkwasserbrunnen, die Aufenthaltsmöglichkeiten und die zahlreichen gestalterischen Elemente machen das Umfeld des Jacobidenkmals künftig noch einladender für Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste unserer Gemeinde.“
Mit der Neugestaltung ist rund um das Jacobi-Denkmal ein attraktiver öffentlicher Ort entstanden, der Geschichte, Natur, Aufenthaltsqualität und moderne Infrastruktur miteinander verbindet. Das Projekt zeigt zugleich, wie aus einer lang gehegten Idee durch gemeinsames Engagement und die passende Förderung ein sichtbarer Mehrwert für die Dorfgemeinschaft entstehen kann. Das neugestaltete Areal würdigt nicht nur das historische Erbe Stephan Ludwig Jacobis, sondern lädt Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besucher dazu ein, den besonderen Ort mitten in Hohenhausen neu zu entdecken.
Ein gelungenes Beispiel dafür, wie LEADER-Projekte dazu beitragen können, historische Besonderheiten in Nordlippe zu bewahren und gleichzeitig attraktive Orte für die Zukunft zu schaffen.

