Jüngst trafen sich die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Nordlippe e.V. zur Mitgliederversammlung im Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Talle. Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Borris Ortmeier lud Pfarrer Thorsten Rosenau zu einer Führung rund um die Kirche ein.
Trotz winterlicher Kälte und Dunkelheit konnten die Teilnehmenden vor Ort mehrere erfolgreich umgesetzte LEADER-Projekte erleben. Besonders vorgestellt wurde der „Erlebnis- und Besinnungsort Berggarten“, der in der Förderperiode 2014–2023 rund um die Kirche und den Berggarten verwirklicht wurde. Das Areal wird heute nicht nur für kirchliche Veranstaltungen, sondern auch für Kulturangebote in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft genutzt.
Ergänzt wird das Gelände durch Projekte aus dem Regionalbudget, darunter eine Boule-Bahn mit Sitzgelegenheit sowie eine Hütte als Unterstand und Materiallager. Der Heimat- und Zieglerverein Talle engagiert sich hier als Projektträger mit dem Ziel, einen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen.
Anschließend wurde das LEADER-Projekt „Himmelsleiter Talle – Von der Dorfmitte nach oben“ vorgestellt, das im September eröffnet wurde. Die sanierte Fußwegeverbindung zwischen Tempelhaus und Albernberg ist nun nicht nur sicherer, sondern wurde zusätzlich mit einer Hangrutsche für Kinder ausgestattet. Damit bleibt die traditionelle Verbindung zwischen Ober- und Unterdorf erhalten und dient zugleich Wanderern und Besuchern als wichtige Route.
Ein weiteres Highlight war die Besichtigung des „Tempelhauses Talle“, das mit Unterstützung von LEADER-Mitteln zu einem modernen Begegnungscafé umgebaut wurde. Die Dorfgemeinschaft leistete hierbei über 3.000 Stunden ehrenamtliches Engagement. Heute wird das Tempelhaus von vielen Vereinen genutzt, steht für Veranstaltungen und private Feiern zur Verfügung und beherbergt im Obergeschoss sogar eine Außenstelle des Bürgerbüros der Gemeinde Kalletal.
Der Vorsitzende der LAG Nordlippe e. V., Barntrups Bürgermeister Borris Ortmeier lobte das ehrenamtliche Engagement und das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in Talle. „Die Projekte die in den letzten Jahren auch dank der Förderung der Europäischen Union, des Bundes und des Landes NRW umgesetzt werden konnten, stärken dörfliche Strukturen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit vor Ort“, so Borris Ortmeier.
Zurück im Gemeindehaus folgten die Regularien der Mitgliederversammlung. Dabei stellte sich auch die neue Regionalmanagerin Frau Ute Müller vor, die seit Januar 2026 die Regionalmanagerin Karen Baller unterstützt, sodass das LEADER-Büro im Innovationszentrum Dörentrup wieder vollständig besetzt ist.

Darüber hinaus wurden zwei neue LEADER-Projekte präsentiert: Die Gemeinde Kalletal plant die Anschaffung einer Schwalldusche für das Freibad um die Attraktivität des Areals zu steigern. Karsten Strack vom Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., stellte außerdem das Projekt „Mobiler Escape-Room zur Demokratiebildung“ vor. Das Projekt soll Schüler*innen spielerisch durch altersgerechte Rätsel an demokratische Themen heranführen und beispielsweise symbolisch die „Befreiung“ aus dem Escape-Room ermöglichen.
Turnusgemäß wurde zudem der Vorsitzende und erweiterte Vorstand der LAG Nordlippe gewählt. Borris Ortmeier wurde erneut als Vorsitzender der LAG Nordlippe e. V. bestätigt. Die Bürgermeister Christian Sauter (Extertal), Friso Veldink (Dörentrup) und Mario Hecker (Kalletal) sind satzungsgemäß stellvertretende Vorsitzende. Das Gremium des erweiterten Vorstandes besteht nun aus 32 Vertreterinnen und Vertretern aller vier Kommunen sowie kreisweiter Partner. Es prüft und beschließt die vorgeschlagenen LEADER-Projekte und trägt damit wesentlich zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes in Nordlippe bei.
„Die LAG Nordlippe e. V. sorgt seit vielen Jahren gemeinsam mit den Akteuren in den nordlippischen Dörfern und den Fördergebern aus EU, Bund und Land NRW dafür, dass tolle und zukunftsweisende Projekte entwickelt, gefördert und umgesetzt werden können, ich freue mich, dass wir diese Geschichte in den kommenden Jahren gemeinsam fortsetzen können“, so Borris Ortmeier abschließend.